OMOS (Open Mobility System) Projektstart: Machbarkeitsstudie für ein offenes und dezentrales digitales Mobilitätssystem

Reisende erwarten zunehmend ein sorgenfreies Reiseerlebnis mit beliebigen Ausgangsund Zielpunkten („Seamless Mobility as a Service“) - und das mit einer einzigen Buchung und Abrechnung für alle genutzten Verkehrsmittel. Die Grundidee hierbei ist es, die jeweils geeigneten zur Verfügung stehenden Transportmittel in individuell zusammengestellten Reiseplänen zu integrieren und durch eine einzige Buchung für Endkunden nutzbar zu machen. Somit erhalten die Nachfrager jeweils ein auf ihre Bedürfnisse optimiertes Angebot, ohne auf verschiedene Anbieterschnittstellen zugreifen zu müssen. Um diesen Erwartungen gerecht zu werden, wird vermehrt die Idee eines offenen und dezentralen Mobilitätssystems diskutiert. Dabei sollen die Angebote verschiedenster Mobilitätsanbieter durch ein gemeinsam genutztes, neutrales System integriert werden. Ein solches System verspricht Kosteneinsparungen für Kunden und Mobilitätsanbieter und eine bessere Auslastung der Mobilitätsangebote. Eine effizientere Nutzung geteilter Verkehrsmittel kann zudem zu einer verbesserten Umweltbilanz unserer Gesellschaft beitragen. Zur Realisierung dieser Vision wird allerdings ein ökonomisch ausgereiftes Konzept benötigt, das die Perspektiven verschiedener Stakeholder berücksichtigt. Hierzu wurden im Rahmen der OMOSInitiative bereits die Grundlagen eines dezentralen Open Mobility Systems („OMOS“) erarbeitet. Im nun startenden Projekt sollen diese Grundlagen geschärft und auf ihre Umsetzbarkeit evaluiert werden. Hierzu erarbeiten die Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer FIT und die regio iT GmbH gemeinsam mit neun assoziierten Projektpartnern eine Machbarkeitsstudie. Die Fraunhofer Projektgruppe Wirtschaftsinformatik übernimmt dabei die Verbundkoordination und bringt ihr umfassendes theoretisches und praktisches Know-how in den Bereichen Digitalisierung sowie dezentrale Ökosysteme und Technologien ein. Die regio iT GmbH bringt als Entwickler und Betreiber des Mobility Brokers, einer bereits erfolgreich im Markt etablierten, multimodalen Mobilitätsplattform, ihre Expertise und Erfahrung in der Zusammenführung verschiedenster Mobilitätsdienstleistungen mit ein. Konkret soll im ersten Schritt ein OMOS Geschäftsmodell entwickelt und gemeinsam mit den Chancen und Risiken eines offenen und dezentralen Mobilitätssystems evaluiert werden. Parallel hierzu sollen die Anforderungen von Endkunden an ein entsprechendes Mobilitätssystem im Rahmen einer Endkundenumfrage erhoben werden. Gemeinsam mit den assoziierten Mobilitätsanbietern sollen dann im Kontext einer Interviewstudie das entworfene Geschäftsmodell sowie die Umsetzbarkeit der Endkundenanforderungen diskutiert und bewertet werden. In diesem Rahmen wird außerdem angestrebt, die Anforderungen von Mobilitätsanbietern an ein offenes und dezentrales Mobilitätssystem zu erheben und deren Umsetzbarkeit – zum Beispiel durch die Blockchain-Technologie – zu diskutieren.